Überblick: Versteuerung von Diensträdern

+++ Bundestag beschließt 0,25 %-Regel für E-Dienstfahrzeuge +++

 

Jobradeln macht Spaß, hilft der Umwelt, hält fit – und wird steuerlich gefördert. Auf dieser Seite erläutern wir Ihnen die gesetzlichen Grundlagen des Dienstradleasings, welche Vorteile möglich sind und wie Sie diese am besten nutzen.

Bitte beachten Sie: Diese Informationen können als Grundlage für den Austausch mit Ihrem Steuerberater dienen, ersetzen aber natürlich kein Beratungsgespräch.

arrow_drop_down Steuerliche Grundlagen arrow_drop_down die JobRad-Varianten arrow_drop_down Sonderfall S-Pedelecs arrow_drop_down Häufige Fragen

Steuerliche Grundlagen

Dienstwagenprivileg

Die betriebliche Überlassung vom Fahrrad oder E-Bike als Dienstrad basiert auf einem Erlass der Landesfinanzministerien aus dem Jahr 2012. Der Erlass weitete das so genannte Dienstwagenprivileg (1 %-Regel) auf Fahrräder, Pedelecs und S-Pedelecs aus. Für diese Gleichbehandlung von Rad und Auto hatte sich JobRad zusammen mit vielen Verbänden eingesetzt. Unternehmen können auf der Grundlage des Erlasses ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ein Dienstrad mit Steuervorteilen zur Verfügung zu stellen.

Geldwerter Vorteil

Der Mitarbeiter darf sein Dienstrad selbstverständlich auch in der Freizeit nutzen. Dadurch entsteht jedoch ein geldwerter Vorteil, der zu versteuern ist. Bis 2018 lag die Bemessungsgrundlage dafür wie beim Dienstwagen bei 1 % der unverbindlichen Preisempfehlung (UVP) des Rads.

Seit 2019 hat das Dienstrad die Nase vorn: Das JobRad per Gehaltsumwandlung wird mit 0,5 % versteuert, das JobRad als Gehaltsextra ist komplett steuerfrei.

Die JobRad-Varianten im Detail

JobRad® per Gehaltsumwandlung

Der Mitarbeiter bedient die Monatsraten aus seinem Bruttolohn. Seit 2019 versteuert der Mitarbeiter in dieser Variante den geldwerten Vorteil für die private Nutzung des JobRads mit 0,5 % der unverbindlichen Preisempfehlung (0,5 %-Regel).

Eckpunkte:

  • Die steuerliche Regelung gilt für Fahrräder, Pedelecs (Motorunterstützung bis 25 km/h) und S-Pedelecs (bis 45 km/h).
  • Der durch die private Nutzung entstehende geldwerte Vorteil ist vom Mitarbeiter zu versteuern.
  • Durch die 0,5 %-Regel spart der Mitarbeiter im Vergleich zum klassischen Kauf bis zu 40 % – und deutlich mehr, wenn der Arbeitgeber das JobRad bezuschusst.
  • Hat der Mitarbeiter sein JobRad vor 2019 übernommen, gilt weiterhin die 1 %-Regel
    (1 % der unverbindlichen Preisempfehlung).

JobRad® als Gehaltsextra

Beim JobRad als Gehaltsextra findet keine Barlohnumwandlung statt. Der Arbeitgeber least ein Fahrrad oder Pedelec, übernimmt die vollen Kosten und überlässt es der Mitarbeiterin oder dem Mitarbeiter zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn.

Eckpunkte:

  • Diese steuerliche Regelung gilt für Fahrräder und Pedelecs (Motorunterstützung bis 25 km/h), nicht jedoch für S-Pedelecs (für diese gilt immer die 0,5 %-Regel).
  • Für alle vom Arbeitgeber zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn (§3 Nr. 37 EStG.) zur Verfügung gestellten Diensträder entfällt für den Mitarbeiter seit 2019 die Versteuerung des geldwerten Vorteils. Das heißt: Der Mitarbeiter fährt sein JobRad steuerfrei.
  • Die Steuerfreiheit gilt auch für Räder die vor dem 1.1.2019 übernommen wurden. 
info

JobRad für Selbstständige

Auch Selbstständige, Freiberufler und Gewerbetreibende kommen seit 2019 in den Genuss neuer steuerlicher Förderung ... weiterlesen >>

Überlassung im Arbeitsvertrag verankert

Die Schriftform muss stimmen: Damit das Dienstrad steuerlich anerkannt wird, wird die Überlassung  arbeitsvertraglich verankert. Das passiert im JobRad-Modell über den Überlassungsvertrag, der von uns als Muster zur Verfügung gestellt wird und von Arbeitgeber und Arbeitnehmer unterzeichnet wird. So wurde es 2018 vom Bundesministerium für Finanzen klargestellt. Durch die eindeutige Regelung muss der Arbeitgeber keine Kosten übernehmen.
In der Praxis beteiligen sich bereits über 80 Prozent der JobRad-Arbeitgeber an den Kosten für das Dienstrad oder geben es als Gehaltsextra.

Geldwerter Vorteil bei Übernahme nach Leasingende

Übernimmt der Nutzer nach Ende der Leasinglaufzeit das Dienstrad, wird für dieses von Seiten der Finanzbehörden für die steuerliche Beurteilung pauschal ein Restwert von 40 % angenommen. Da JobRad mit einem Gebrauchtkaufpreis von 17 % des tatsächlichen Kaufpreises kalkuliert, stellt die Differenz einen geldwerten Vorteil dar. Der JobRadler muss diesen jedoch nicht versteuern, da JobRad im Rahmen der Möglichkeit zur Pauschalversteuerung nach § 37b Einkommenssteuergesetz die Steuerlast trägt. Diese Lösung gilt bundesweit und wurde vom Bundesministerium für Finanzen am 17.11.2017 (PDF) bestätigt.

Weiterführende Links:

Sonderfall S-Pedelecs

S-Pedelecs (Speed Pedelec mit Motorunterstützung bis 45 km/h) gelten steuerlich als Kraftfahrzeuge und werden daher wie E-Autos versteuert.

Bei S-Pedelecs muss wie beim Dienstwagen der Anfahrtsweg zur Arbeit mit 0,03 % der unverbindlichen Preisempfehlung (UVP) pro Kilometer einfacher Arbeitsweg pro Monat versteuert werden.

Häufige Fragen: Steuer

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Was ist eine Gehaltsumwandlung? 

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Bei der Gehaltsumwandlung entscheidet die Mitarbeiterin oder der Mitarbeiter, einen Teil des vertraglichen Arbeitsentgelts nicht in bar, sondern als Sachbezug für den Zeitraum der Überlassung des Leasinggegenstands (= des JobRads) zu erhalten. Da der Sachlohn steuerlich aber nicht mit der kompletten Umwandlungsrate, sondern seit dem 1. Januar 2019 pauschal nach der sogenannten 0,5 %-Regel bewertet wird, entsteht ein deutlicher Steuervorteil, der die Umwandlung für Arbeitgeber und Mitarbeiter attraktiv macht.

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Vorsteuer- vs. nicht-vorsteuerabzugsberechtigte Arbeitgeber: Was ist zu beachten?

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Leasingraten sind bei JobRad immer Betriebsausgaben. Deshalb können vorsteuerabzugsberechtigte Arbeitgeber die enthaltene Umsatzsteuer vom Umwandlungsbetrag abziehen. Das JobRad wird dadurch für Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter deutlich günstiger als ein herkömmlicher Kauf.

Bei Arbeitgebern, die nicht vorsteuerabzugsberechtigt sind, fällt die JobRad-Ersparnis für Arbeitnehmer entsprechend etwas geringer aus.

Gerade für diese Arbeitgeber ist daher JobRad als Gehaltsextra eine attraktive Alternative. Der Arbeitgeber trägt die kompletten Kosten für das JobRad zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn und ermöglicht dem Mitarbeiter damit ein steuerfreies JobRad.

help

Kann man mit einem JobRad weiter die Entfernungspauschale (Werbungskosten) für die Fahrten zur Arbeit geltend machen?

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Ja!

Die Entfernungspauschale für Wege zwischen Wohnung und Arbeitsstätte ist grundsätzlich unabhängig vom Verkehrsmittel mit 0,30 €/km zu gewähren (§9 Abs. 1 Nr. 4 EstG). Während bei der Stellung eines Firmen-PKW dieser Anfahrtsweg zunächst zusätzlich mit 0,03 %/km/Monat vom Listenpreis versteuert werden muss, ist dies beim Dienstrad per Gehaltsumwandlung bereits pauschal abgegolten: mit 1 % vom Listenpreis (UVP) bei Rädern, die bis zum 31.12.18 übernommen wurden beziehungsweise mit 0,5 % vom Listenpreis (UVP) bei Rädern, die ab dem 1.1.2019 übernommen wurden.

Bitte beachten Sie: Schnelle Pedelecs (S-Pedelecs) werden als Kleinkraftrad klassifiziert und müssen daher ebenfalls mit 0,03 %/km/Monat vom UVP (analog zum Dienstwagen) versteuert werden. Die Entfernungspauschale kann jedoch auch bei S-Pedelecs geltend gemacht werden.

Ausführliche Informationen zu allen Steuerthemen rund ums Dienstrad finden Sie auf unserer Steuer-Übersichtsseite.

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