Überblick: Steuerliche Förderung von Diensträdern

Fahrräder und E-Bikes sind umweltfreundlich und gut für die Gesundheit – der Gesetzgeber fördert deshalb Diensträder auf verschiedene Art und Weise. Auf dieser Seite stellen wir Ihnen vor, wie die unterschiedlichen Dienstrad-Modelle gefördert werden.

 

JobRad® per Gehaltsumwandlung

Der Arbeitgeber least das Fahrrad, Pedelec oder S-Pedelec und überlässt es der Mitarbeiterin oder dem Mitarbeiter zur beruflichen und privaten Nutzung. Der Mitarbeiter bedient die Monatsraten aus seinem Bruttolohn. Ab dem 1. Januar 2019 versteuert der Mitarbeiter in dieser Variante den geldwerten Vorteil für die private Nutzung des JobRads mit 0,5 % des Brutto-Listenpreises (0,5 %-Regel).

Eckpunkte:

  • Die steuerliche Regelung gilt für Fahrräder, Pedelecs (Motorunterstützung bis 25 km/h), und S-Pedelecs (bis 45 km/h).
  • Der durch die private Nutzung entstehende geldwerte Vorteil ist vom Mitarbeiter zu versteuern.
  • NEU! Für alle JobRäder, die ab dem 1. Januar 2019 übernommen wurden, hat der Gesetzgeber in einem neuen Steuererlass die Bemessungsgrundlage für die Berechnung des zu versteuernden geldwerten Vorteils halbiert (0,5 %-Regel).
  • Für S-Pedelecs sind zusätzlich die Anfahrtskilometer mit 0,03 % der neuen halbierten Bemessungsgrundlage pro Kilometer einfachem Arbeitsweg zu versteuern.

Wenn der Mitarbeiter sein Dienstrad nach der neuen 0,5 %-Regel versteuert, sind im Vergleich zum klassischen Kauf Einsparungen bis zu 40 % möglich.

  • Wurde das JobRad bis einschließlich 31. Dezember 2018 übernommen, gilt weiterhin die bekannte 1 %-Regel (1 % vom Brutto-Listenpreis).

Wenn der Mitarbeiter sein Dienstrad nach der 1 %-Regel versteuert, sind im Vergleich zum herkömmlichen Kauf Einsparungen bis zu 30 % möglich.

Arbeitgeber finden ein Kommunikationspaket zu dieser Neuregelung in der JobRad-Übersicht ihres Portals.

Arbeitgeberfinanziertes JobRad®

Beim vom Arbeitgeber finanzierten Dienstrad findet keine Barlohnumwandlung statt. Der Arbeitgeber least ein Fahrrad oder Pedelec, übernimmt die vollen Kosten und überlässt es der Mitarbeiterin oder dem Mitarbeiter zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn.

Eckpunkte:

  • Diese steuerliche Regelung gilt für Fahrräder und Pedelecs (Motorunterstützung bis 25 km/h), nicht jedoch für S-Pedelecs.
  • Für alle vom Arbeitgeber zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn (§3 Nr. 37 EStG.) zur Verfügung gestellten Diensträder entfällt für den Mitarbeiter ab dem 1. Januar 2019 die Versteuerung des geldwerten Vorteils. Das heißt: der Mitarbeiter fährt sein JobRad steuerfrei.

Wann das Dienstrad übernommen wurde, ist unerheblich. Die Steuerfreiheit für arbeitgeberfinanzierte Diensträder ist zunächst bis zum 31. Dezember 2021 befristet.

Welche Regelung greift, wenn der Arbeitgeber einen Teil der Kosten für das JobRad trägt?

Im Augenblick gibt es noch keine praktischen Erfahrungen mit der Auslegung des Gesetzes. Exakt geregelt wird dies üblicherweise im sogenannten Anwendungsschreiben der Finanzverwaltung, welches wir zu dem vorliegenden Gesetz erwarten.

Die Versteuerung des geldwerten Vorteils der Privatnutzung ist nicht erforderlich, wenn der Arbeitgeber die vollständigen Anschaffungskosten, bzw. die diesbezüglichen Leasing- und Serviceraten zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn trägt und eine Beteiligung der Mitarbeiter (auch zum Beispiel durch die Übernahme von Versicherung oder Inspektion) durch Bruttogehaltsumwandlung nicht erfolgt.

Alternativ können Sie als Arbeitgeber natürlich eine Anrufungsauskunft beim zuständigen Betriebsstätten-Finanzamt stellen. Hierbei unterstützen wir gerne. Bitte melden Sie sich bei support@jobrad.org.

Was JobRad-Arbeitgeber jetzt wissen müssen

Häufige Fragen

help

Was hat es mit der neuen 0,5 %-Regel auf sich?

question_answer

Bezieht eine Arbeitnehmerin oder ein Arbeitnehmer ein JobRad per Gehaltsumwandlung (bezahlt er oder sie also zumindest einen Teil der Raten aus dem eigenen Bruttolohn), muss für die private Nutzung ein geldwerter Vorteil versteuert werden. Bislang haben die Finanzämter dafür monatlich pauschal 1 % des Brutto-Listenpreises veranschlagt.

Per Steuererlass haben die Finanzbehörden am 13. März 2019 die Bemessungsgrundlage halbiert. Das bedeutet praktisch: Der Steuersatz sinkt von 1 % auf 0,5 %.

Beim JobRad per Gehaltsumwandlung sind im Vergleich zum herkömmlichen Kauf Einsparungen bis zu 40 % möglich.

Detaillierte Informationen zur 0,5 %-Regel finden Sie auf unserer Steuer-Übersichtsseite.

help

Ich habe gehört, Diensträder sind jetzt komplett steuerfrei. Stimmt das?

question_answer

Seit 2019 gibt es zwei Möglichkeiten: JobRad als Gehaltsextra mit kompletter Steuerfreiheit und JobRad per Gehaltsumwandlung mit verbesserter steuerlicher Förderung.

  • Bei JobRad als Gehaltsextra trägt Ihr Arbeitgeber die kompletten Kosten zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn. Damit ist Ihr JobRad für Sie ab dem 1. Januar 2019 steuerfrei (der geldwerte Vorteil ist nicht zu versteuern).
  • Bei JobRad per Gehaltsumwandlung bezahlen Sie die gesamten Kosten oder einen Teil davon aus Ihrem eigenen Bruttolohn (es findet also eine Gehaltsumwandlung statt). Den geldwerten Vorteil müssen sie versteuern, allerdings dank einer neuen Steuerregelung (0,5 %-Regel) ab dem 1. Januar 2019 nur noch mit 0,5 % des Brutto-Listenpreises statt mit 1 %.

Ausführliche Informationen zu allen Steuerthemen rund ums Dienstrad finden Sie auf unserer Steuer-Übersichtsseite.

help

Ich habe ein JobRad. Was muss ich tun, um von der 0,5 %-Regel zu profitieren?

question_answer

Die neue 0,5 %-Regel gilt rückwirkend ab dem 1. Januar 2019. Haben Sie Ihr JobRad im laufenden Jahr übernommen, kommen Sie in den Genuss der zusätzlichen Förderung. Die Lohnbuchhaltung Ihres Arbeitgebers muss lediglich die Bemessungsgrundlage der Steuerberechnung für Ihr JobRad anpassen.

Bei JobRädern, die vor dem 1. Januar 2019 übernommen wurden, wird der geldwerte Vorteil weiter nach der alten 1 %-Regel versteuert.

Ausführliche Informationen zu allen Steuerthemen rund ums Dienstrad finden Sie auf unserer Steuer-Übersichtsseite.

help

Ich bin JobRad-Arbeitgeber. Was muss ich tun, damit meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von der 0,5 %-Regel profitieren?

question_answer

Die neue 0,5 %-Regel gilt rückwirkend ab dem 1. Januar 2019. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die ihr JobRad im laufenden Jahr 2019 übernommen haben, kommen in den Genuss der zusätzlichen Förderung.

Ihre Lohnbuchhaltung muss lediglich die Bemessungsgrundlage anpassen.  Dies geschieht, indem Sie den halbierten Brutto-Listenpreis auf volle Hundert abrunden. Durch die Multiplikation mit 1 % erhalten Sie den neuen geldwerten Vorteil nach der 0,5 %-Regel. 


Bei JobRad-Verträgen, die vor dem 1. Januar 2019 abgeschlossen wurden, wird der geldwerte Vorteil weiter nach der alten 1 %-Regel versteuert.


Ausführliche Informationen zu allen Steuerthemen rund ums Dienstrad finden Sie auf unserer Steuer-Übersichtsseite.
 

Steuerliche Förderung von Diensträdern für Selbstständige

Auch Selbstständige, Freiberufler und Gewerbetreibende, die Dienstfahrräder oder -pedelecs leasen, können sich seit dem 1. Januar 2019 über steuerliche Förderung freuen: Beim Leasing von betrieblich genutzten Rädern und Pedelecs bis zum 31. Dezember 2021 fällt die Entnahmebesteuerung weg. In der Praxis heißt das: Das Leasing wird für Selbstständige deutlich günstiger. Das gilt insbesondere bei Neuverträgen – aber auch laufende Leasingverträge profitieren von den vorteilhaften Bedingungen.

Zusätzliche Steuervorteile für Selbstständige ab 2019 – alle Informationen hier! (PDF, 213 KB)
euro_symbol Rechner
room Händler
help Hilfe & Support
info Kontakt